Azubi Rechte: Das steht dir zu

Hast du schon mal den Spruch „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ gehört. Das heißt: Während deiner Ausbildung wird es nicht nur Dinge geben, die dir Freude bereiten. Da muss man manchmal in den sauren Apfel beißen. Aber du musst dir längst nicht alles Gefallen lassen. Deine Azubi Rechte sind klar durch das Jugendarbeiterschutzgesetz, die Handwerksverordnung, das Berufsbildungsgesetz BBiG, die Ausbilder-Eignungsverordnung und weitere Gesetze und Bestimmungen geregelt.

Wir geben dir einen kurzen Überblick:

Azubi-Vergütung: Was steht dir zu?

Eine angemessene Ausbildungsvergütung ist eines der wichtigsten Rechte, die dir als Azubi zusteht. Die exakte Höhe wird in deinem Ausbildungsvertrag geregelt. Seit 2020 gibt es eine Mindestvergütung von monatlich 515 Euro. Weniger solltest du also nicht verdienen.

Ausbildungsmittel: Was dein Arbeitgeber zahlen muss

Du besitzt das Recht auf kostenlose Ausbildungsmittel, die du zum Ausüben deiner Tätigkeit benötigst. Dies können zum Beispiel Werkzeuge oder eine persönliche Schutzausrüstung sein. Wenn diese unabdingbar für deinen Job sind, muss sie der Betrieb kostenlos zur Verfügung stellen.

Ausbildungsziel: Welche Tätigkeiten du machen musst

Kaffeekochen für die Kolleginnen und Kollegen? Da mussten wohl alle schon mal durch. Aber trotzdem sollte generell das Erreichen deines Ausbildungsziels immer oberste Priorität besitzen. Deshalb solltest du zum überwiegenden Teil nur Arbeiten verrichten, die für die Ausübung des Berufs relevant sind. Die Reinigung der Toiletten oder die Erledigung privater Besorgungen für den Chef gehören beispielsweise nicht zu deinen Aufgaben. Sollte das so sein, mach deine Azubi Rechte geltend.

Freistellung für die Berufsschule

Ein Grundrecht, welches du als Auszubildender besitzt, ist die Freistellung vom Betrieb für den Berufsschulunterricht. Dies wird als Freistellung für Ausbildungsmaßnahmen bezeichnet. Wenn du während der schulischen Ausbildung also nur im Betrieb arbeiten musst, läuft etwas verkehrt.

Azubi Kündigungsrecht: Frist von vier Wochen

Zuerst: Gib nicht zu schnell auf! Arbeiten ist nicht Schule und der andere Alltag ist gerade zu Beginn äußerst anstrengend. Wenn aber grundsätzlich etwas falsch läuft, du mit Bauchschmerzen zur Arbeit gehst oder der Beruf doch gar nicht zu dir passt, kannst du natürlich auch kündigen. Mit einer Frist von vier Wochen kannst du das Arbeitsverhältnis beenden.

Arbeitszeugnis – Auch bei Ausbildungsabbruch

Arbeitszeugnisse sind wichtig – speziell, wenn du dich nach deiner Ausbildung woanders bewerben möchtest. Dein Arbeitgeber muss dir auf Wunsch ein solches ausstellen. Das gilt auch, wenn du die Ausbildung abbrichst.

Übrigens: Als Azubi hast du nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Welche das sind, liest du hier.